Der neue Sportdirektor des 1. FC Köln dürfte wohl kaum schon bestimmend in das
Tagesgeschäft eingestiegen sein. Doch spätestens mit seiner Einstellung merkt man einen
neuen Wind am Geißbockheim, den auch Claus Horstmann kräftig mit anfächert.
Volker Finke, Urgestein in Freiburg, steht für den gewollten Wandel beim 1. FC Köln. So
soll die komplexe und verworrene Zuständigkeit und Verantwortlichkeit über Claus
Horstmann neu strukturiert werden. Zudem müssen die Wege und Erfolge der Scoutingabteilung
neu überdacht werden.
Dafür kennt sich Volker Finke sehr gut auf dem internationalen Transfermarkt aus und hat
bewiesen, dass er stets mit geringen finanziellen Mitteln gut und sinnvoll den Kader
verstärken konnte. Daneben konnte Freiburg stetige Einnahmen durch eine Wertsteigerung der
Spieler vorzeigen, was dem 1. FC Köln zurzeit vollkommen abhanden gekommen ist. Das
"Argument" Finke sei nun drei Jahre von der europäischen Bühne weg gewesen kann man nicht
wirklich gelten lassen, da solche globalen Vernetzungen nicht von jetzt auf gleich weg
brechen. Weiterhin hat er damals im Alleingang die Jugendarbeit beim SC Freiburg aufgebaut
und kann mit diesem Können und Wissen unsere Jugendabteilung, Scouting und Sportslab
optimieren bzw. wieder auf Vordermann bringen. Zudem scheint er sich, so sagt die Presse,
gut mit Präsident Wolfgang Overath zu verstehen. Ein Bonus deswegen, da Overath dies
hoffentlich als Grund sieht, sich aus dem operativen Geschäft heraus zu halten und seinen
Freund "machen zu lassen." Daneben ist er sehr eigen und lässt sich garantiert nicht
vom Vorstand und Aufsichtsrat ständig reinreden.
Doch diese Sturheit könnte sich auch gegen Volker Finke wenden. Finke ist sehr eigen. Beim
SC Freiburg stand das Team über allen und herausgehobene Charaktere der Mannschaft hatte
er äußerst ungern gesehen. Weiterhin hat er sich gerne mit der Obrigkeit des Vereins
angelegt, was letzendlich auch zum Bruch mit dem Verein führte. Zudem ist es erstmal
fraglich, wie sehr er sich aus dem Trainingsalltag heraushalten kann und Trainer Frank
Schaefer "sein Ding" machen lässt.
Sollte er dies aber schaffen und nur die wichtigen Schnittstellen von Sportdirektor und
Trainer mit Schaefer gemeinsam bearbeiten, kann mit Finke beim 1. FC Köln endlich mal
wieder etwas wachsen, was über Jahre die Zukunft sichern könnte. Die ersten Transfers
deuten an, dass der FC die hausgemachten Kaderprobleme ernsthaft und sinnvoll angeht.
Mit Michael Rensing, Christian Eichner, Tomoaki Makino und Slawomir Peszko hat sich der
1. FC Köln überraschend gut verstärkt. Und gerade die größten Problemzonen im Kader sind
damit erstmal gut geschlossen. Nun bleibt leider nur wenig Zeit, diese schnell und
harmonisch in den bereits bestehenden Kader einzugliedern. Bereits am Donnerstag, 06.01,
bestreitet der 1. FC Köln im Trainingslager sein erstes Testspiel. Gegner ist der
türkische Erstligist Antalyaspor im Rahmen des Antalya-Cups. Viel wichtiger als ein gutes
Ergebnis ist jedoch die Spielentwicklung innerhalb der Mannschaft. Jedoch stimmen mich
die aktuellen Geschehnisse zuversichtlich, dass Schaefer ein funktionierendes und
spielstarkes Team bis zur Rückrunde auf die Beine stellen wird.
Rückschläge werden kommen, dazu ist die Lage innerhalb der Tabelle zu angespannt. Doch
abgestiegen ist der 1. FC Köln noch lange nicht. Und zurzeit sieht es danach aus, dass
es der FC aus eigener Kraft schaffen kann, auch in der nächsten Saison in der höchsten
deutschen Spielklasse um die Punkte mitzuspielen.
In diesem Sinne
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