Die Luft gegen Bremen muss brennen!
Vorbericht | 1. FC Köln : Werder Bremen
20.01.2011 19:50 | Guido Stollenwerk
Nachdem dem 1. FC Köln weiterhin nur zwei Punkte auf den 15. Platz fehlen, geht der
Marathon "Nichtabstieg" in die nächste Runde. Gegen die offensiv starken Bremer wird dies
kein leichtes Unterfangen.
Nach dem Spiel gegen Kaiserslautern muss der Blick nach vorne gerichtet werden. Das sieht
auch Trainer Frank Schaefer so und fordert endlich Moral von seiner Elf. "Das erwarte ich
jetzt von meiner Mannschaft gegen Bremen - ein total überzeugendes Spiel." Ein kleiner
Seitenhieb, der deutlich macht wie unzufrieden Schaefer mit der Leistung gegen die
dezimierten Lauterer war.
Dabei war die, durch Ausfälle bedingte, neu formierte Abwehr noch nicht einmal das Problem.
Vielmehr fehlte der Zug nach vorne, der Wille zu gewinnen und vollen Einsatz dafür zu
geben. Doch die Strukturen der Offensive werden allmählich klarer. So darf man davon
ausgehen, dass Schaefer den Transfer von Tamas Hajnal deshalb ausschlug, um auf den neuen
Kapitän Lukas Podolski als neuen zentralen Mann zu setzen. In zweiter Reihe dürfte
weiterhin Taner Yalcin aufgebaut werden. So nimmt Schaefer Podolski weiter in die Pflicht,
da dieser schon unter Ex-Trainer Soldo geäußert hatte, dass dies seine Lieblingsposition
sei.
Flankiert wird er weiterhin von Slawomir Peszko und Christian Clemens sowie Fabrice Ehret,
Mato Jajalo und Sebastian Freis als Backup. Dahinter bleibt es nicht ruhig. Einzig Petit
ist im defensiven Mittelfeld gesetzt. Um den zweiten Platz streiten sich Martin Lanig,
Adam Matuschyk sowie Jungspund Reinhold Yabo. Nicht zu vergessen Milivoje Novakovic im
Sturm. Einzig die Moral fehlt der Offensive noch!
Doch da hofft man als FC-Fan weiterhin, dass endlich einmal der gewisse Knoten platzt.
Trainer Schaefer hat bereits viel für den 1. FC Köln getan. Man merkt eine veränderte
Spielkultur zu seinem gewünschten "Aktiv-Fußball", die Vorwärtsbewegung wirkt allgemein
flüssiger und durchdachter. Einzig das lang eingeprügelte Motto "hohe Bälle" und "nicht
zu offensiv - hinten muss dicht sein" hängt unserer Mannschaft noch im Kleinhirn fest.
Wenn Schaefer diese Altlast endlich lösen kann und die Spieler mal wieder den Rausch
einer Offensive zu schätzen wissen, kann man befreit aufatmen. Doch bisher ist dies noch
nicht soweit.
Einen Strich durch die Rechnung macht weiterhin das Verletzungspech. Zwar hat sich der
Schweinegrippevirus nicht weiter verbreitet, doch werden Mato Jajalo und Youssef Mohamad
weiterhin ausfallen. Nicht zu vergessen die Ausfälle von Christopher Schorch und Petit,
beide verletzt. In wie weit Miso Brecko und Kevin McKenna ins aktuelle Geschehen
eingreifen können bleibt abzuwarten. Für die Startelf dürfte es nicht reichen.
Dabei hatten gerade McKenna, neben Podolski, die Tore im Hinspiel gegen Werder Bremen
gemacht. Trotzdem wurde 2:4 verloren. Doch da auch Bremen weiterhin nicht mit der
gebrachten Leistung zufrieden sein kann, ist hier noch nicht alles verloren. Immerhin
konnte Bremen die letzten zwei Heimspiele in Köln nicht gewinnen (1:0 / 0:0).
Doch hat Bremen genau die Waffe, die Köln noch fehlt. Sie können sich in einen offensiven
Rausch spielen. Doch wenn der FC sein Glück nicht in der Offensive sucht, hat der Gedanke
an einen Punktgewinn keinen Sinn. Kaiserslautern hat uns klar vorgemacht, was Moral und
Zusammenhalt bewirken kann. Hoffentlich schaffen diese positiven Eigenschaften auch bei
unseren Spielern endlich den Durchbruch!