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Frank Schaefer Saisonrückblick II - wie Schaefer zu seiner Herde kam -
Kommentar | Saison 2010/2011

22.05.2011 17:20

Noch vor der brisanten Jahreshauptversammlung übernahm nun Frank Schaefer den Job vom geschassten Soldo, bisheriger und langjähriger Trainer der U23. Während sich die eine Seite, unter anderem ein Großteil der Fans sowie Befürworter und Nachwuchskoordinator Stephan Engels, große Hoffnungen auf den Fachmann Schaefer machten, hatte die andere Seite unter Wolfgang Overath anfangs große Skepsis und hielten Schaefer vorerst als Interimstrainer in den Analen des Geißbockheimes.

Und Schaefer musste sofort einsteigen. Gegen 1860 München stand das wichtige Pokalspiel an um ins Achtelfinale einziehen zu können. Er stellte bereits im ersten Spiel die Mannschaft auf ein 4-2-3-1 System um und beförderte Novakovic von der Bank in die Startelf. Zwei Umstellungen die bis zum Ende der Saison Wirkung gezeigt hatten. Tat sich der FC gegen 1860 noch schwer und kam erst spät auf die Siegerstraße, folgte gegen den Hamburger SV eine wahre Schlacht um die zukünftige Richtung des Vereins.

Mit viel Willen, Einsatz und ein wenig Dusel wurde Hamburg mit 3:2 bezwungen und Schaefer konnten einen sehr guten Einstand vorzeigen. Doch es folgten die Niederlage gegen Nürnberg und die entmutigende Heimniederlage gegen Gladbach. Umstände, die die bevorstehende JHV des FC nur umso prickelnder machen konnte. Und es wurde in der Tat mehr als hitzig.

Mit geschlossener Mannschaft verfolgte Schaefer die JHV, in der Overath, Meier und Co mehr als schlecht weg kamen. Der Unmut der Fans war zu erwarten, der große Andrang zeigte die Not der Lage. Und doch können nicht alle Fans durchweg als "Chaoten" von Overath bezeichnet werden, nur weil der Verlauf mit kritischer und hitziger Emotionalität geführt wurde. Der Vorstand ertrug die Anfeindungen, zeigte sich aber seltsam emotional unberührt. Das trotzdem eine Reaktion und Aktion folgen sollte, war zwingend erforderlich. Dass dabei wenig auf die Forderungen der Fans eingegangen wurde, ließ Overath in einem schlechten Licht dastehen.

Dazu sei gesagt: Selbstverständlich gibt es immer zwei Seiten der Medaille. Und mancher Wortlaut war mehr als unverschämt. Trotzdem gilt es, als Repräsentant des 1. FC Köln auf seine Mitglieder einzugehen und Erklärungen abzugeben. Selbst wenn dies einen Dialog mit der bis dahin größten Gegenbewegung namens "FC-reloaded" erfordert, die sich jedoch leider auf das Niveau von Overath begaben und dies zur einer Reihe von persönlichen Anfeindungen wie kindlichen Scharmützeln führte. Souveränität sieht anders aus.

Immerhin wurden die "Chaoten" beruhigt, indem Frank Schaefer das Vertrauen bis zur Winterpause ausgesprochen wurde. Und es wurden Fehler zugegeben, wenn auch nicht konkret benannt. Doch eine Erklärung, ein Plan, eine Strategie oder auch nur eine Idee wie es nun weitergehen soll wurde mit keinem Wort erwähnt. Man wollte vorerst Steine umdrehen.

So werkelte Schaefer weiter, um aus dem zusammen gewürfelten Haufen eine Einheit zu basteln. Und es lief. Durch einen fragwürdigen Elfmeter gewann der 1. FC Köln das erste Auswärtsspiel gegen den VfB Stuttgart. Und es sollte lange beim diesem Auswärtssieg bleiben was die Bilanz auf fremden Plätzen anging.

Doch bis zum Ende der Hinrunde konnten nicht mehr allzu viele Punkte gesammelt werden. Ende November war es dann auch an der Zeit für Michael Meier die Koffer zu packen. Auch wenn er mit Sicherheit nicht alleinverantwortlich für die Zusammenstellung des Kaders war, musste dieser Schritt erfolgen. Zunächst konnte allerdings kein Nachfolger präsentiert werden und Claus Horstmann, dem in dieser Zeit immer mehr Verantwortung zu schultern bekam, entwarf das Profil für die folgenden Verhandlungen.

Zum Ende der Hinrunde wurde es dann noch einmal besonders bitter. Es folgte eine 0:3 Niederlage auf Schalke und die Pokalklatsche gegen den MSV Duisburg (1:2) und damit ging es mutlos in der Winterpause. Der FC überwinterte mit 15 Punkten auf den 16. Platz. Sollte die Ausbeute in der Rückrunde genauso enden wäre ein Abstieg sicher. Doch zum Jahresende flackerte nochmals ein Lichtlein auf. Volker Finke wurde als neuer Sportdirektor präsentiert. Und zusammen mit Horstmann wurden die vielleicht besten Wintertransfers der Liga getätigt.

Um den abwanderungswilligen Mondragon zu ersetzen, der trotz des eigenmächtigen Wechsels Richtung USA Tränen auf dem Rasen vergoss, wurde der in München gescheiterte Michael Rensing ans Geißbockheim gelotst. Allein dieser Transfer rettete den 1. FC Köln vor dem Abstieg. Daneben wurde mit Christian Eichner eine jahrelang nur unzureichend besetzte Position endlich sinnvoll verstärkt. Dazu kamen Tomoaki Makino und Slawomir Peszko.

Mit den Neuzugängen und einer Vorbereitung unter Frank Schaefer keimte ein neuer Mannschaftsgeist auf. Youssef Mohamad wurde konsequenter Weise vom Amt des Kapitän abberufen und Lukas Podolski erhielt die Binde. Es folgte eine Kränkung seitens Mohamad, der in der gesamten Saison seiner Leistung meistens hinterherlief. Auch wenn beiweiten noch nicht alles im reinen war, es ging bergauf. Nur zeigte das erste Spiel der Rückrunde dies nun wirklich nicht.

Trotz einer 1:0 Führung in der Festung Betzenberg und einem Spiel in Überzahl konnte nur ein Punkt mit nach Hause genommen werden. Dafür folgte das Spiel gegen Werder Bremen. Werder rannte diese Saison der möglichen Leistung hinterher und war weit entfernt von den internationalen Plätzen. Und beim 1. FC Köln war dieses Mal nichts zu holen. 3:0 gewann der FC und legte damit den Grundstein für eine tolle Heimserie. Ein schöner Trost für die Auswärtsbilanz, die auch unter Schaefer katastrophal blieb. Gegen Frankfurt (1:0) in der Hinrunde, Bremen (3:0), München (3:2), Mainz (4:2), Freiburg (1:0) Hannover (4:0) und Nürnberg (1:0) wurden sieben Heimsiege hintereinander gefeiert. Teilweise herrschte eine wirklich atemberaubende Stimmung im Kölner Stadion.

Auf der Gegenseite gab es aber auch Klatschen gegen St. Pauli (0:3), ein schönfärbendes 0:1 gegen Dortmund mit Rensing als Held, gegen Hamburg (2:6), Gladbach (1:5), Stuttgart (1:3) und Wolfsburg (1:4). Was für Torverhältnisse, diese Saison war einfach nicht normal.

Neben den sportlichen Ergebnissen war der FC auch sonst medial stark vertreten. Eine Äußerung von Volker Finke über Frank Schaefers Glauben brachte den Stein ins Rollen. Daneben gab es Spieler wie Mohamad und Petit, die mit Trainer Frank Schaefer anscheinend nicht zufrieden waren. Aufgehetzt von der Kölner Medien, in der der Kölner Stadtanzeiger deutlich nach Punkten führte und täglich über Herrn Schaefer und den "Fortschritt" der Vertragsverlängerung berichtete. Dabei äußerte dazu der 1. FC Köln mehrfach, dass eine Vertragsverlängerung erst nach dem gesicherten Klassenerhalt und dies in beidseitigem Einverständnis(!) thematisiert wird. Doch das hinderte die Personen Wagner und Nägele vom Kölner Stadtanzeiger in keinster Weise daran, dass Thema Wochenlang und beinahe täglich auseinander zu pflücken. Schließlich schenkten auch die überregionalen Medien diesem Thema Aufmerksamkeit und Schaefer lag ungewollt im Fokus wie sonst nur aktuelle Tagesthemen.

Im Nachhinein ein wirklich unschöner Verlauf der Dinge. Auch wenn Finke sich äußerst unglücklich ausgedrückt hatte und damit das Thema mit ins Rollen brachte, auch im Nachhinein gab Schaefer in keinster Weise Andeutungen dazu, in irgendeiner Form aus dem Job "gemobbt" worden zu sein. Zum Verlauf der Dinge kann einem auch nur noch mal der Beitrag vom Kollegen Spielbeobachter "Geschichte wird gemacht: Die Causa Finke" ans Herz gelegt werden. Zum besseren Verständnis auch mal ein Zitat von mir:

"Während sämtliche Medien es so darstellten, dass Finke Schaefer regelrecht ins Wort gefallen sei und seine Autorität damit untergraben habe, kommt nun folgende Gegendarstellung ans Licht: "... sei Schaefer von einem Spieler in aggressivster Weise angegangen worden. So sehr, dass er, Finke, habe dazwischen gehen müssen, um eine weitere Eskalation der Dinge zu verhindern." Und dieses Bild spiegelt viel mehr die Realität wieder. Denn es mussten intern Vorfälle im Kader passiert sein. Dafür spricht auch folgende Aussage: "Altgediente Spieler hätten bittere Klage geführt, "dass sie sich nicht wie A-Jugendliche trainieren lassen wollen". Spieler mit über 50 Länderspiele und Champions League-Erfahrung hätten gefordert, im Training anders behandelt zu werden, als jene Spieler aus dem FC-Nachwuchs."

Da Schaefer merkte, wie ihm ungewollt die Fäden aus der Hand glitten und der Mannschaftsgeist wieder auseinander brach, stellte er sich ein weiteres Mal in den Hintergrund und trat im Sinne der Mannschaft vorzeitig von seinem Amt als Trainer zurück. Dieser Schritt ist Schaefer ebenfalls hoch anzurechnen, denn nur dieser ermöglichte den folgenden Klassenerhalt.

Selbstverständlich war Schaefer kein Trainer ohne Fehler. Doch er hatte uns Fans wieder einen Hauch von Selbstbewusstsein verliehen, wunderbare Heimsiege eingefahren und maßgeblich dazu beigetragen, dass der dritte Klassenerhalt in Folge gesichert wurde. Oder auch anders ausgedrückt:

Danke an den Trainer, der aus einen inhomogen und leblosen Kader eine halbwegs taugliche Mannschaft formte. Danke an den Trainer, der uns vom beängstigten 18. Platz der Liga zwischenzeitlich auf den Platz 11 hob. Danke an den Trainer, der aus 5 Punkten 35 machte. Danke an den Trainer, der seine erste Trainerstation in der 1. Bundesliga antrat um zu helfen. Danke an den Trainer, der uns eine famose Heimserie von 7 Siegen hintereinander bescherte. Danke an den Trainer, der es endlich schaffte aus den Charakteren Novakovic und Podolski den gefährlichsten Sturm der Liga zu formen. Danke an den Trainer, der zwischenzeitlich einen Punkteschnitt von 1,5 Punkten pro Spiel vorweisen konnte!

DANKE FRANK SCHAEFER!

Mehr im nächsten Teil dazu, wie Volker Finke doch noch einmal auf der unbeliebten Trainerbank Platz nehmen musste und in den verbliebenen drei Heimspielen mit dem 1. FC Köln noch auf den 10. Platz kletterte.

In diesem Sinne
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