Nun ist es doch passiert. Michael Meier wurde als sportlicher Manager des 1. FC Köln
entlassen. Eine Aufhebung des Vertrages könnte der erste Schritt zu weitgreifenden
Veränderungen beim 1. FC Köln sein.
Man hat ja schon fast nicht mehr dran geglaubt, dass nach der Entlassung von Zvonimir
Soldo noch Entscheidungen folgen werden. Trotz wochenlanger Behauptungen, dass die
Funktionäre im Hintergrund Meier das Vertrauen entzogen haben, hielt Präsident Wolfgang
Overath am Freund und Wegbegleiter Meier fest. Da dadurch auch sein Stuhl immer mehr ins
Wanken gekommen ist, dürfte die Entlassung auch ein Selbstschutz sein. Nun ist der 1. FC
Köln in einer zwiespältigen Situation.
Da die von mehreren Seiten geforderte Entlassung sich immer mehr hinaus zögerte, hatten
auch die Spieler Zeit, sich zu diesem Thema Gedanken zu machen. So äußerten sich Kapitän
Youssef Mohamad, Christopher Schorch und Milivoje Novakovic skeptisch zum Zeitpunkt der
Entlassung. Nicht zu unrecht, da sich Michael Meier anscheinend sehr um seine Spieler
kümmerte. Doch darf die Entlassung auch nicht nach reinen Kriterien der Menschlichkeit und
Herzlichkeit gewertet werden.
Der 1. FC Köln kommt, rein sportlich gesehen, langsam in die richtige Spur. Nachdem Frank
Schaefer als vorüber gehender Cheftrainer installiert wurde folgten Siege gegen 1860
München (DFB-Pokal), Hamburg, und Stuttgart, Niederlagen gegen Nürnberg und Gladbach
sowie ein Unentschieden gegen Wolfsburg. Sechs Spiele, drei Siege, ein Unentschieden und
zwei Niederlagen. Es gibt bessere Einstände neuer Trainer, aber auch bedeutend schlechtere.
Wichtig dabei ist, dass langsam eine neue Spielkultur beim 1. FC Köln zu sehen ist. Auch
ein Verdienst des Trainers, der anscheinend langsam die maximale Leistung des Kaders
optimieren kann. Nach "überstandener" Jahreshauptversammlung und Verdauung der Klatsche
gegen den Erzfeind Mönchengladbach schien der FC wieder in die richtige Spur zu kommen.
Doch durch die gestrige Entlassung brachten die Verantwortlichen wieder unnötig Unruhe
in den Verein.
Zumal ein Nachfolger momentan nicht zur Verfügung steht und der Verwaltungsrat, nun
angeführt von Claus Horstmann, erst jetzt die zukünftigen Strukturen überprüfen will.
Sicherlich richtige Gedanken, doch hätte dies nicht auch im Hintergrund passieren können?
Es hätte garantiert Möglichkeiten gegeben Meier "inoffiziell" und in aller Stille von den
alltäglichen Aufgaben zu entbinden, während man die Strukturen in aller Ruhe und ohne
öffentlichen Druck überprüfen könnte, inklusive Neubesetzung der wichtigen Schnittstellen.
Doch Seriosität und Aufrichtigkeit kann man den Verantwortlichen in letzter Zeit nun
wirklich nicht nachsagen. Siehe die Entlassung von Soldo.
Trotzdem ist die Entlassung von Michael Meier sicherlich keine Fehlentscheidung. Allerdings
ist es nur schwer zu glauben, dass Meier für den momentanen Kader alleine verantwortlich
ist. Doch sind die aktuellen Strukturen im Verein zu unübersichtlich um klar erkennen zu
können, Wer genau Spieler sichtet, Verträge aushandelt, Vetos einlegen darf und wer
letztlich die Entscheidungsgewalt und damit auch die Verantwortung trägt. Michael Meier?
Die Scoutingabteilung? SportsLab? Wolfgang Overath?
Fakt ist: Allein mit der Entlassung von Michael Meier ist es nicht getan beim 1. FC Köln.
Nachdem die Fakten nun sind wie sie sind muss durchdacht gehandelt werden. So steht neben
der Strukturveränderung im Verein die sportliche Verstärkung an wichtigster Stelle.
Insbesondere ein guter Linksverteidiger ist enorm wichtig für eine gute Entwicklung in der
Rückrunde. Wer nun Nachfolger von Meier wird, wie genau die strukturellen Veränderungen
im Verein aussehen werden, wie der Kader verstärkt werden kann und wie das alles bezahlt
werden soll sind müßige Spekulationen. An einem wird der 1. FC Köln aber nicht herum
kommen können, es muss mal wieder Geld in die Hand genommen werden.
In diesem Sinne
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