In welche Richtung geht der Weg?
Vorbericht Köln : Dortmund
13.10.2010 21:20
Nachdem bereits der 16. Tabellenplatz für keine gute Laune sorgt, hat die Länderspielpause
neuen Wirbel entfacht. Faryd Mondragon flog über den großen Teich und Lukas Podolski
kritisierte die Kaderzusammenstellung.
Faryd Mondragon, 39 Jahre, wurde nochmals als Nationalspieler berufen und flog zu den
Testspielen mit Kolumbien nach Übersee. Auch wenn Zvonimir Soldo dies nicht begrüßte und
es in der aktuellen Lage des 1. FC Köln wenig hilfreich ist, ausrichten kann er dagegen
wenig. Daher sollte Soldo auch seinen Worten Taten folgen lassen und dem jungen Keeper
Miro Varvodic eine Chance gewähren. Interessant dabei, Mondragons Patenonkel spielt bei
den Red Bull New York. Vielleicht Mongdragons letzte Ruhestation als Profispieler?
Petit fand nüchtern die wohlmöglich treffendste Antwort: "Ich finde, aus der Sache darf
man auch kein Drama machen. Zumal mit Miro Varvodic ja auch ein guter Mann in der
Hinterhand ist."
Löblich dagegen von Adam Matuschyk, dass er sein zweites Freundschaftsspiel mit Polen
absagte um sich rechtzeitig auf die Partie gegen Dortmund einzustellen.
Trotz der erhobenen Statistik des Magazins kicker, dass Soldo der Trainer mit der
schlechtesten Punkteausbeute des 1. FC Köln ist, hat er indirekt die Wetten um die erste
Trainerentlassung umgeworfen. Wurde er bis heute als Trainer mit einer der größten
Wahrscheinlichkeit gehandelt, ist nun Christian Gross beim VfB Stuttgart entlassen worden.
Als Nachfolger werden Daum und Sammer gehandelt.
Um aber einen weiteren Abstieg in der Tabelle durch das Kellerduell Schalke gegen
Stuttgart vorzubeugen, bei dem der Sieger am FC vorbeiziehen könnte, muss die
Konzentration voll und ganz auf das kommende Heimspiel gegen Borussia Dortmund liegen.
Einen zeitlich ungünstigen, aber überfälligen Kommentar zur aktuellen Lage gab nun Lukas
Podolski ab. Jener, dem Kritiker sagen er würde nur gegen die schwachen internationalen
Mannschaften beim DFB aufblühen. Das dies so nicht stimmt, ist unbestritten.
Weiter ist unbestritten, dass Lukas Podolski für seine Rückkehr ein viel versprechendes
Konzept vorgegaukelt wurde. "Am Anfang wollen wir die Liga halten, dann gute Transfers
tätigen, um eine Mannschaft aufzubauen, die eine Zukunft hat. Die in drei bis vier Jahren
auch mal um die internationalen Plätze mitspielen kann."
Darauf äußert er resigniert: "Wenn ich merke, dass die mit mir besprochenen Dinge nicht
umgesetzt werden, dann wird man schon mal nachdenklich." Wer will Podolski diese
Gedankengänge übel nehmen, denkt doch der Großteil der FC-Fans genauso. Auch wenn die
internationalen Plätze sowie ein Angriff auf Leverkusen vorerst keine Rolle spielen, so
ist die junge Saison noch lange nicht verloren.
Man darf hoffen, dass die Mannschaft Podolskis Äußerung "die Mannschaft habe mangelnde
Qualität" nicht persönlich nimmt und mit Leidenschaft und Kampf das Spiel über 90 Minuten
angeht. Man muss Dortmund den Spaß am Spiel nehmen und defensiv sicher stehen. Wenn jeder
seinem Gegenspieler permanent auf den Füßen steht, nachhakt und das Spiel bei
Ballgewinn schnell macht ist alles möglich.
Rein tabellarisch gesehen sind am Freitagabend drei Punkte Pflicht. Doch gegen die
überraschend starken Dortmunder, die weiterhin die Führung in der Tabelle im Auge haben,
wäre ein Unentschieden schon eine starke Leistung.