Novakovic und Jajalo holen zum Saisonende den dritten Sieg in Folge!
34. Spieltag | 1. FC Köln 2:1 Schalke 04
08.05.2011 11:10
Es war angerichtet zum letzten Spiel der Saison. Für Köln, nicht für Schalke. Die dürfen
ja noch gegen unseren früheren Gegner MSV Duisburg im DFB-Pokal Finale ran. Entgegen
mancher Trainingseindrücke bot Finke in seinem letzten Spiel als Interimstrainer die
gleiche Startelf der letzten zwei Spieltage auf. Eine Taktik die aufging.
Im Vorfeld des Spiels bestätigte Volker Finke gute Fortschritte im Prozedere mit dem
norwegischen Fußballverband NFF um den Wunschkandidaten Ståle Solbakken und dessen
Freigabe. Das war aber auch die einzige gute Nachricht zum Anpfiff. Denn zahlreiche
FC-Fans verkündeten zum Ende der Saison nochmals Meinung und Gedanken zum aktuellen
Vorstand um Wolfgang Overath. Das wohl treffendste Banner zierte der Spruch "Als Spieler
eine Legende - als Präsident eine Tragödie".
So schön ein Recht auf freie Meinungsäußerung auch ist, man merkte auch deutlich, dass nicht
alle Fans dieser Meinung waren oder zumindest diese Bekundungen für den falschen Moment
hielten. Nachdem der FC gut ins Spiel startete und die Schmähgesänge gegen den Vorstand nicht
aufhörten, quittierten Teile der eigenen Südkurve dies mit einem Pfeifkonzert. Die Gäste aus
Schalke nutzten diese Quereleien innerhalb der eigenen Fans und stimmten lauthals und
geschlossen den immer vorhandenen Ohrwurm des eigenen Supports an. Es war schon merkwürdig.
Kommen wir wieder zum sportlichen Teil. Der FC machte von Anfang an gut Druck, suchte sich
die Lücken und wusste zu gefallen. Ehrlich zugegeben hatte mich das doch überrascht, ich
war auf einen lauen Sommerkick eingestellt. Und dem Anschein nach ging es Schalke ähnlich,
denn sie wirkten angesichts des Spiels ein wenig ratlos. Das war ich auch, denn selbst
Miso Brecko spielte, als ob es um ein wichtiges Qualifikationsspiel ging.
So wurde er auf rechts außen kurz behindert, der folgende Freistoss von Petit schnell
ausgeführt und er erhielt die Pille erneut. Und ausgerechnet Miso Brecko, der ein
gefühltes Verhältnis bei guten Flanken von 2 ½ zu 100 hat, zirkelte das Ding wunderbar in
den Strafraum. Höwedes machte eine wahrlich unglückliche Figur am 1. Pfosten und Milivoje
Novakovic brauchte nur noch den Schlappen hinzuhalten. Spätestens jetzt macht er seinem
alten Titel "Novagoal" wieder alle Ehre.
Kurz vor dem Tor war Schalke wieder ein wenig rangekommen, wirkte nun aber erneut
auffallend ratlos. So ratlos, dass ein Hauch von Magath durch das Kölner Stadion wehte,
als "Professor" Ralf Rangnick in der 34. Minute einen Doppelwechsel vornahm und Baumjohann
sowie Edu vorzeitig zum Duschen schickte.
Zum Ende der 1. Halbzeit dann noch ein paar Leckerbissen. Podolski pflückte einen Abschlag
von Rensing am Sechzehner runter und ging steil in den Strafraum. Doch sein Schuss zog
parallel am Tor vorbei. Auf der Gegenseite Jurado mit einem gefühlvollen Heber im
Strafraum der Geißböcke. Rensing flog machtlos hinterher, aber der Ball knallte an den
rechten Pfosten und fiel dem geschlagenen Rensing auf die Hinterbeine. Weiterhin hellwach
bugsierte Rensing den Ball per Bodenakrobatik noch aus der Gefahrenzone und konnte
letztendlich zur Ecke geklärt werden.
Dann durchatmen zur Halbzeit. Der 1. FC Köln präsentierte sich zum Abschluss der Saison
sehr gut und hatte ein Zweikampfverhältnis von 61 zu 39 Prozent. Der Ballbesitz war mit
48 zu 52 Prozent relativ ausgeglichen. Doch es sollte nach spannend werden.
Eichner und Podolski setzten sich gemeinsam gut auf der linken Seite durch, aber die
Flanke von Podolski wurde abgefälscht und trudelte locker in Neuers Arme (50. Minute).
Fünf Minuten später ging ein Aufschrei durch das Stadion. Novakovic erhielt im Konter den
Ball und Metzelder sprang ohne Chance auf den Ball Novakovic in den Rücken. Eigentlich ein
klarer Elfmeter, doch Schiedsrichter Markus Schmidt ließ keinen Pfiff ertönen. Klare
Fehlentscheidung!
Vielleicht deshalb hatte Mato Jajalo ein wenig Frust im Bauch. In der 60. Minute bekam er
jedenfalls den Ball von Eichner zurückgelegt, zog in die Mitte und wurde nicht
angegriffen. Beherzt zog er ein paar Meter vor dem Strafraum ab und der Ball knallte zwar
haltbar, aber mit unglaublicher Wucht in die Maschen. 2:0 für den 1. FC Köln, einfach
klasse!
Doch Schalke suchte weiterhin die Form für das wichtige Spiel gegen Duisburg. Der für den
passabel spielenden Eichner eingewechselte Makino leitete mit einem Ballverlust im
Mittelfeld den nächsten Angriff der Knappen ein. Mit schönem Passspiel überwanden sie die
Kölner Abwehr und schließlich stand Hunterlaar mit der Pille drei Meter vor Rensing,
spitzelte den Ball an Rensing vorbei, doch erneut half der Pfosten aus. Den Abpraller
haute der herangeeilte Brecko kurz vor Linie weg (70. Minute).
Und das Aluminium war weiterhin der beste Freund von Rensing. Nach einer Ecke stieg Avelar
völlig frei hoch und platzierte seinen Kopfball exakt an die Latte (76. Minute). Zwei
Minuten später eine gute Flanke auf Raul, der unermüdlich wie vorbildlich am ackern war.
Eine schöne Drehung und Schuss, doch dieses Mal hielt Rensing ganz ohne Hilfe seinen
Kasten sauber. Schöne Parade!
Aber Fleiß und Einsatz wird meistens doch belohnt. Eine weitere Flanke kam über rechts in
den Kölner Strafraum, Mohamad stand zu weit weg und konnte Rauls Kopfball nicht verhindern.
Auch Rensing war diesmal machtlos und der Ball zappelte im Netz. Der Anschlusstreffer in
der 87. Minute. War das der Anfang zur Aufholjagd? Nicht ganz. In der 90. Minute klärte
Rensing ein weiteres Mal klasse gegen Jurado und in der 91. Minute wiederholte Sanou seine
Leistung aus dem letzten Spiel und verbaselte erneut eine gute Kontermöglichkeit. Das war
es dann auch.
Schönste Spielszene:
Eine wahre Wucht war der Schuss von Jajalo zum 2:0. Leider habe ich keine
Geschwindigkeitsangabe finden können, aber mit dem Schuss dürfte Jajalo sich für das
"Tor des Monats" beworben haben.
Spielfazit:
Mit einer konstanten und konzentrierten Leistung überzeugte der 1. FC Köln weitestgehend
auf ganzer Linie und bot so einen versöhnlichen Abschluss einer Saison, die viele
Emotionen beinhaltete. Am Ende ist der 10. Platz ein akzeptables Ergebnis, Novakovic
beendet als 3. der Torschützenliste die Saison und ein neuer Trainer ist mit Solbakken
bereits gefunden. Mehr Statistik und Rückblick folgt demnächst.
Sehr schade ist es allerdings, dass sich die eigenen Fans am Ende nicht nur verbal sondern
auch noch tätlich angegangen sind. Innerhalb wie außerhalb des Stadions. Jeder hat sein
Recht auf freie Meinung und diese Saison bietet sich wahrlich für Meinungsverschiedenheiten
über den Gang in die kommende Zukunft an. Doch wer Gewalt gegen andere und sogar eigene
Fans richtet, ist für mich kein Fan!
So bleibt sich das Chaos um den 1. FC Köln treu. Doch es folgt eine lange Sommerpause, in
der noch genug über den Verlauf der Dinge diskutiert werden kann.
In diesem Sinne
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