Kampf und Leidenschaft gegen Resignation
Vorbericht | Kaiserslautern : 1. FC Köln
02.02.2012 20:00
Während alle Mannschaften zum Einsatz rücken, müssen wir mal wieder zugucken und können
erst mit dem letzten Spiel des Spieltages in die Tabelle eingreifen. Noch mehr Druck
oder beste Voraussetzungen? Ein Sieg in Kaiserslautern ist schon was her, der Druck ist
da. Wer aber fest mit Punkten gegen Schalke gerechnet hatte, war ein wenig zu
optimistisch. Immerhin sind die Knappen in dieser Saison verdammt gut drauf.
Aber man kann auch Situationen zerreden, zerfleischen und hinterher die ausgespuckte
Stimmung bedauern - wie es die Presse ganz gerne mal macht. Ich habe da keinen Bock
drauf.
Natürlich ist die Situation weiterhin angespannt, aber was sollte man auch erwarten?
Wir schwimmen weiterhin nicht im Geld, wollten einen Bombentransfer, Geld leihen von
externen Quellen (die dafür beim Weiterverkauf eine schönen Teil der Summe erhalten)
wollen wir auch nicht. Was wollen wir dann? Träumen ist erlaubt, aber bitte stets mit
dem nahen Griff zur Realität. Denkt denn keiner, Finke hätte auch gerne etwas mehr
Qualität mit lockerem Budget gestemmt? Da kommt irgendwie keiner drauf. Als ob ihm
die Sache einen Mordsspaß bringen würde.
Fakt ist: wir mussten weiterhin den Kader entschlacken. Und die Abgänge von Freis,
Kialka, Makino und Ionita tun mir sportlich gesehen nun wirklich nicht weh. Mit
Matuschyk ist die Situation eine andere, aber er wollte deutlich mehr Einsatzzeiten.
Da er mich in den bisherigen Spielen in dieser Saison leider nicht überzeugen konnte
kann man auch das abnicken. Dafür haben wir an berühmten Zugängen Tese, Przybylko,
Aosman und Ishak. Von Ishak ist Solbakken bereits heute überzeugt. Und wenn Tese
als Spieler gilt, dem Worten auch endlich Taten folgen, dürfte auch er noch zu
Überzeugen wissen.
Die meisten Zugänge müssen ungefragt erst noch reifen. Die sofortige Unterstützung,
wie selbst vom FC als Ziel ausgegeben, könnte nur Tese bieten. Man wird sehen. Aber
wir wollten auch alle Transfers, die nicht nur an einem Trainer hängen und der nächste
damit nichts anfangen kann und erneut den halben Kader ausgetauscht haben will. Der FC
sollte die Marschrichtung vorgeben. Und nachdem Finke das Anforderungsprofil mit
Solbakken abgestimmt hatte, musste er gemäß den finanziellen Spielraum nun mal handeln.
So what the fuck? Wir können anscheinend momentan nicht anders.
Das Solbakken etwas mehr Erwartungen gehabt haben dürfte hoffe ich doch. Sonst würde
ihm etwas Ehrgeiz fehlen. Aber ich denke auch, er weiß was Sache ist. Und: die
Situation wird nicht so extrem sein wie es die Presse deutet. Denn sie relativiert ja
wieder. Hatte der Boulevard nach der Verpflichtung von Tese getönt, Solbakken habe von
dem Deal nichts gewusst, mussten sie ein paar Tage später einräumen, dass er bereits
Freitags mit in die Vorstellungen eingebunden wurde.
Hier liegt mir der Fokus wieder zu deutlich nicht am Kern der eigentlichen Sache. Denn
die Themen sind für die Spieler großartige Alibis, erneut nicht an die maximale
Schmerzgrenze im Spiel zu gehen und sich alles abzuverlangen. Dabei müssen meiner
Meinung nach die in der Pflicht stehen, die Woche für Woche auf dem Platz stehen. Sie
sind alles was wir haben. Und es kann nicht an Soldo, Schaefer und Solbakken gelegen
haben und liegen, dass wir immer wieder in enorme Totaleinbrüche nach Rückständen
verfallen. So klar wie das Amen in der Kirche und der Tanz zu jeder Musik in
Bollywoodfilmen. Hier ist endlich der Charakter gefragt, den jeder Kreisligaspieler
vorzeigen kann. Können ist hier zweitrangig. Das ist doch der Punkt!
Was können wir also vom Auswärtsspiel in Lautern erwarten? Schlichtweg alles.
Kaiserslautern ist nun wirklich keine Übermannschaft, aber sie ist uns im Kratzen und
Beißen um einiges voraus. So erwarte ich, mal wieder, eine Leistungssteigerung der
Startelf. Angefangen bei Rensing, der den Abschlag gerne mal zum Mann bringen kann,
über Geromel, der als Chef in der Abwehr auch ruhig so auftreten darf und seine Abwehr
stets im Griff hat. Auch davor dürfen Riether und Co nicht nur Löcher stopfen sondern
die wichtigen Dreh- und Angelpunkte darstellen. Und ich will vor dem Spiel keine
Versprechungen hören. Viel versprechen und hinterher nur analysieren kennen wir
ja nun schon zu Genüge.
Es gilt am Betzenberg zu bestehen. Noch stehen wir punktgleich oder besser mit sechs
Mannschaften da. Es sind immer noch nur drei Punkte auf den 8. Platz. Aber das ist
halt Köln. Ein Sieg gegen Schalke und alles wäre perfekt. Eine Niederlage kam und
die Welt droht unterzugehen. Mir kenne uns - mir helfe uns. Es wird Zeit, dass der
zweite Teil des Zitats endlich eintritt!